Im Mittelpunkt des Bild-Text-Bandes steht die bis 1992 genutzte geheime Führungsstelle der sowjetischen Streitkräfte bei Falkenhagen im Land Brandenburg.
Die Geschichte der Liegenschaft reicht bis in die 1930er Jahre zurück. Die Nazis errichteten unter dem Namen 'Seewerk' einen riesigen unterirdischen Produktionsbunker und stellten dort eine als 'N-Stoff' bezeichnete Substanz her. Anfang der 1940er Jahre wurde begonnen, auch Anlagen zur industriellen Großproduktion des Kampfstoffes 'Sarin' zu errichten. Diese Anlagen wurden nicht fertiggestellt. Der größte Teil der errichteten Produktionsanlagen wurden noch vor dem Ende des 2. Weltkrieges demontiert.
Von 1945 bis 1992 nutzen die sowjetischen Truppen die leeren unter- und oberirdischen Bauten für ihre Zwecke. Der einstige Produktionsbunker wurde mit gewaltigem Aufwand zu einem ABC-Waffen sicheren Führungsbunker umgebaut. Die oberirdische Bauten wurden umgenutzt und durch zahlreiche Neubauten ergänzt. Mit ihrem Abzug im Jahre 1992 übergaben die russischen Truppen den deutschen Behörden ein bis heute leerstehendes Objekt von einst strategischer Bedeutung.
Die trotz Geheimhaltung und Rückbau noch immer ablesbaren Spuren stehen im Mittelpunkt des Buches. In drei Bild-Teilen entsteht aus Bildpaaren und Panoramen ein vielschichtiges Bild des Objektes und seiner Nutzer. Kurztexte unterstützen die Bildaussagen. Den Bild-Teilen sind zwei ausführliche Text-Teile zugeordnet, die eine militärhistorische Einordnung der sowjetischen Nutzungsperiode vornehmen und die sich daraus ergebenden wichtigsten baulichen Änderungen benennen. Ein Luftbild und ein Lageplan vervollständigen das Gesamtbild.
Thomas Kemnitz
Architekturfotografie Bunker Industriearchitektur Seewerk Sowjetarmee