Frankreich hatte in Hitlers Neuordnungsplänen für Europa keinen Sonderstatus. Auch hier wurden Juden verfolgt und in die Todeslager deportiert und wurden Widerständler gejagt, gefoltert und hingerichtet. Die Gesamtlage eskalierte rasch infolge der Anschläge, der Geiselerschießungen und der Zwangsrekrutierungen für Sauckels Zwangsarbeitsprogramm. Der Widerstand bildete sich und wuchs unter teils gaullistischer, teils kommunistischer Führung. Das Limousin gehört mit der Corrèze und der Dordogne zu den unruhigsten Regionen Frankreichs. Ende 1943 schien die Lage den Besatzern auf Dauer nicht mehr kontrollierbar. Im besonderen Blickfeld der Untersuchung steht die Tätigkeit von Himmlers politischer Polizei, des Sicherheitsdienstes. Kommandeur des SD in Limoges ist August Meier, der zuvor Chef eines Einsatzkommandos in der Ukraine gewesen war. Walter Schmald, der eine entscheidende Rolle bei den Erhängungen in Tulle am 9. Juni 1944 haben wird, beginnt 1941 als Übersetzer bei der Abwehr in Paris und gelangt schließlich zum SD. Zum Abschluss der Darstellung werden andere ostbelgische Karrieren in der Abwehr, bei den Brandenburgern und beim SD zum Vergleich herangezogen. Das Ganze zeigt, wie sich die Kräfte und Gegenkräfte in Frankreich organisieren, die den Hintergrund des Kriegsverbrechens von Tulle darstellen.
Bruno Kartheuser
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