In seinem berühmten Aufsatz "Erziehung nach Auschwitz" hat Theodor W. Adorno gefordert, daß die allererste Aufgabe jeglicher Erziehung sei, daß Auschwitz und das, was es hervorgebracht hat, sich nicht wiederhole.
Auschwitz war insofern der Endpunkt eines beispiellosen Verfalls von Humanität und einer restlosen Korrumpierung ubiquitärer Menschheitsideale.
Sich mit den Lasten der Vergangenheit auseinanderzusetzen - einer Vergangenheit, die auf nahezu allen Ebenen der menschlichen Gemeinschaft ihre unauslöschlichen Spuren hinterlassen hat - bedeutet, sich mit den bewußten und unbewußten gesellschaftlichen Verankerungen von Erziehung, Tradition und Geisteshaltungen zu befassen.
In dem vorliegenden Band handelt es sich deshalb weniger darum, die Inhalte und Strategien nationalsozialistischer Herrschaft darzustellen, sondern vielmehr die unseligen Mentalitäten- und Kulturbrüche, die zu den größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte geführt haben, aufzuzeigen.
Manfred J Foerster
Autoritärer Charakter Führerkult und kollektive Regression Hitlerismus Kaiserreich und Imperialismus Psychologische Ursprünge totaler Herrschaft Speer, Albert Weimarer Republik